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Die Galerie trott!art lädt zur Vernissage mit Gemälden des Wernauer Künstlers Wolfgang Hergeth vom Silberbach ein. Eine Einführung gibt der Kunsthistoriker Prof. Dr. Helge Bathelt.

Der Vertriebene Hergeth malt eindringlich das Leiden der ins Konzentrationslager Treblinka deportierten Häftlinge und präsentiert sie neben seinen Bildern aus seinem Passionszyklus, seiner Reihe „Ecce homo“ und seiner Janusz-Korczak-Reihe sowie dem Triptychon „Der alte Mann und das Meer“. Alle Werke sind nach der Ausstellung auch käuflich erwerbbar.

Zu Wolfgang Hergeth:

Der Tod holt sich seine Schäfchen. Aber manchmal führt ihm der Mensch die Toten auch brutal zu und treibt sie ihm in seine knochigen Arme. Dann muss der ungeliebte Gevatter die gewaltsam Verstorbenen nur noch einsammeln. Hergeth malt das Leiden. Es ist das „Leiden am kollektiven und individuellen Versagen, Leiden an dem, was Menschen Menschen antun, Leiden am Unmöglichen“. So beschreibt der Kunsthistoriker Prof. Dr. Helge Bathelt die Leidensbilder des Malers. Man sieht Bilder zur christlichen Passion und Bilder zum russischen Gulag, dem Millionen Menschen zum Opfer fielen.

Hergeth hat aber auch eines seiner wichtigsten Themen, den Treblinka-Zyklus, wieder aufgenommen. Auf neun Gemälden entstanden Szenen aus dem Leben und Wirken des polnischen Kinderarztes Janusz Korczak, der Kinder eines Waisenhauses bei der Deportation durch deutsche Besatzer in das Vernichtungslager Treblinka begleitete. Für die Kinder und ihren Begleiter bedeutete das den sicheren Tod. Hergeths Treblinka-Bilder aus den 80er Jahren sind in der Dauerausstellung des dortigen Holocaust-Museums zu sehen.

Neun neue Treblinka-Bilder zeigt nun die Galerie trott!art. Bilder voller Düsternis und der Ahnung, dass das Leiden nicht aus der Welt zu schaffen ist, begleiten das Leben und Malen des 76-Jährigen, der als Heimatvertriebener aus Böhmen kam und schlussendlich in Wernau Fuß fasste und der ohne Pinsel und Staffelei gar nicht existieren könnte. Es ist Leiden, „das geschehen ist, immer wieder geschieht und weiter geschehen wird“, sagt Bathelt angesichts der Qualen, die sich durch die Menschheitsgeschichte ziehen. Der Erlös, der durch den Verkauf der Bilder erzielt wird, fließt teilweise in freiwillige soziale Aufwendungen für die Beschäftigung sozial benachteiligter Menschen im Umfeld von Trott-war e.V. mit Kunst und teilweise in die Schaffung bzw. Vermittlung von Wohnraum für obdachlose und von Obdachlosigkeit bedrohte Menschen.

Die Ausstellung läuft bis mindestens Ostern 2022 und kann täglich zu den Geschäftszeiten von Trott-war und zudem nach Terminvereinbarung besucht werden. Wir bieten Zugang nach der zum Zeitpunkt der Veranstaltung für Baden-Württemberg geltenden Corona-Verordnung. Von allen Besuchern müssen wir die Kontaktdaten erheben und für 14 Tage speichern. Der Zutritt der Räumlichkeiten ist nur mit Maske gestattet, eine Bewirtung ist aus diesem Grund leider nicht möglich.

Kontakt:

Wenn Sie Fragen zu trott!art haben, kontaktieren Sie uns per E-Mail an hschmid@trott-war.de.

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