Fridays for Future: #PeopleNotProfit

Auch der zehnte Globale Klimastreik von Fridays for future (am 25. März 2022) trug lauten Protest in die Straßen Stuttgarts: Unter dem Motto „PeopleNotProfit!“ und mit rund 1.500 Teilnehmenden. Wie es sich für eine Straßenzeitung gehört, mischte sich Trott-war unter die Menge und sprach mit verschiedenen Gruppen & Besuchenden.

Von Daniel Knaus

Durch eine alarmierende Botschaft kündigten die Aktivst_innen ihren Streik an: Wir steuern „mit der aktuellen Politik auf über 3°C-Erwärmung zu und schon jetzt verlieren jeden Tag Menschen ihr Zuhause durch Naturkatastrophen.“ Dieser Zusammenhang zwischen Klimawandel und Obdachlosigkeit regt Trott-war an, genau hinzuhören. Auf der Kundgebung nach der Demonstration macht fff dann die globale Perspektive deutlich: „Wir sind auch hier für Menschen, die nicht auf die Straßen können.“  Immer wieder ertönt die zentrale Botschaft: „We the people lassen uns nicht unter profit stellen.“ Die Klimabewegung will alle mitnehmen, die von der Umweltzerstörung betroffen sind; also uns alle. Der Inklusionsaktivist Luk spricht für mehr Respekt auch gegenüber Menschen mit Behinderung und Ausgegrenzten überhaupt.

Queere Stimmen und Argumente für mehr Gemeinwohl

Vom Projekt 100% Mensch wird Trott-war mit einem wichtigen Hinweis begrüßt. Queere Menschen werden eher obdachlos, erfahren sie im Alltag doch häufiger Diskriminierung. „Wir sind hier, um uns mit der Klimabewegung zu solidarisieren. Unsere Systemkritik richtet sich allerdings gegen alle Arten von Ausbeutung, da diese eine Grundlage für Diskriminierung schafft.“ Am Stand der Gemeinwohl Ökonomie Stuttgart hört Trott-war dann von einem Plan für den Wandel: „Wir müssen die Wirtschaft verändern. Wir brauchen eine Transformation zum Gemeinwohl, um die sozialen und ökologische Probleme unserer Zeit lösen zu können.“

Wissenschaft für Aufklärung und Forderungen nach Tierrechten

Auch die Scientists for Future sind hier, denn „die Jugend von Fridays for Future hat recht. Es müsste mehr geschehen, um den Folgen des Klimawandels zu begegnen. Über diese aufzuklären, finden wir daher sehr wichtig.“ PETA und die Tierschutzpartei vertreten auf der Kundgebung auch nichtmenschliche Lebewesen: „Die Politik greift nicht durch. Wir wollen hier auf die Agrarindustrie und ihre Auswirkungen hinweisen. Tiere werden als Ware gedacht. Die momentanen Gesetze reichen nicht aus, um sie zu schützen. Unser Ziel: Tiere als Individuen anzuerkennen.“

Gegen Überproduktion, für Naturschutz – und ein Lob für Trott-war

Foodsharing Stuttgart verteilt Brot, das unter den normalen Umständen unseres Wirtschaftens im Müll landen würde: „Wir setzen uns ein für soziales und ökologisches Konsumieren und gegen Überproduktion. Es wird auch in Stuttgart so viel weggeworfen. Das befeuert den Klimawandel – und geht auch sozial nicht, weshalb wir auch Obdachlose beliefern.“ Über ein ausgeprägtes Bewusstsein für soziale Probleme freut sich Trott-war auch am Stand des BUND: „Die Klimakrise bringt Themen zusammen und macht uns auf viele Baustellen aufmerksam. Beispielsweise ist der Einkauf im Bioladen für viele Menschen teuer.  Wir haben auch Respekt vor den Verkaufenden von Trott-war. Sie leisten eine harte, ehrliche Arbeit und bringen soziale Problemen mitten in die Wohlstandsgesellschaft hinein.“