„Öffnet die Hotels für Obdachlose!“

Zusammen mit anderen deutschen Straßenzeitungen startete Trott-war eine Petition mit der Forderung, die Hotels trotz des Lockdowns für Obdachlose zu öffnen, damit sie sowohl vor dem Erfrierungstod als auch einer COVID-Infektion sicher sind. Bis Anfang März fand dieses Anliegen mehr als 120.000 Unterstützerinnen und Unterstützer.

Am 4. März übergaben der Trott-war-Geschäftsführer Helmut H. Schmid und der stellvertretende Geschäftsführer Martin Grunenberg gemeinsam mit Vorstandsmitglied Bernd Röhl und anderen Trott-war-Mitarbeitern die Unterschriften an die Sozialbürgermeisterin Stuttgarts, Dr. Alexandra Sußmann, und den Vertreter der Landesregierung Dr. Tobias Schneider, Ministerialdirigent und Leiter der Abteilung 3 im Ministerium für Soziales und Integration Baden-Württemberg.

„Wohnen ist ein Menschenrecht. Wir bitten nicht einfach um Unterkünfte für Obdachlose, wir fordern sie!“, stellte Schmid gegenüber Sußmann und Schneider vor anwesenden Pressevertretern klar. Sußmann erklärte daraufhin, dass die Stadt bereits zusätzliche Zimmer angemietet habe, der Bedarf damit gedeckt und die Obdachlosen zudem sicher vor einer Infektion seien. Zudem seien Obdachlose bei den Impfungen mittlerweile priorisiert und könnten somit früher geimpft werden. Derzeit arbeite man an einem Konzept zur Umsetzung der Impfungen. Angedacht seien zum Beispiel mobile Impfteams, die vor Ort in den Unterkünften Impfungen durchführen könnten.

Schneider ergänzte, dass die Unterbringung Obdachloser zwar Kommunale Sache sei, sich das Land dennoch in der Verantwortung sehe und den Betreibern der Obdachlosenunterkünfte während des Lockdowns vor allem finanzielle Hilfen sowie Schnelltest zu Verfügung gestellt habe. Schmid bestätigte Sußmann und nahm dies zum Anlass, das Management der Stadt ausdrücklich zu loben. Er kritisierte allerdings, dass sozialer Wohnraum fehle, obschon der Bedarf ständig gestiegen sei. So hätten vor einigen Jahren in Stuttgart noch fast 50 Prozent mehr Sozialwohnungen zur Verfügung gestanden als heute, obwohl Wohnen ein Grundrecht sei – die Bindungsdauer auf öffentlich immens geförderten sozialen Wohnungsbau sei viel zu kurz.

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